Vom Kreisverband Bremen-Ost ins Schöneberger Rathaus

Ich bin 60 Jahre alt, verheiratet und habe eine Tochter. Seit 1995 lebe ich in Berlin. Ich fühle mich hier wohl, in einer Stadt voller Vielfalt, unendlichen Möglichkeiten und Impulsen, die immer wieder überraschen. Meiner Geburtsstadt Bremen bin ich immer noch verbunden – über den Fußball.

Wir hatten zu Hause nicht viel Geld. Mir ist bewusst, was es heißt, die – damals noch – Mark dreimal umzudrehen, damit es bis zum Ende des Monats reicht. Für mich hieß das auch: Ein Studium ist nur nebenberuflich möglich. Mit Realschulabschluss, einer Ausbildung zum Bürokaufmann und erster Berufserfahrung als Sachbearbeiter habe ich mein Fachabitur in Abendteilzeit abgeschlossen, um studieren zu können. 

Studium in Zeiten der Wohnungsnot

Aus der Studienzeit habe ich vor allem eine prägende Erfahrung mitgenommen: wie es sich anfühlt, in der Stadt, in der man arbeitet, lernt oder eine Familie aufbauen will, keine Wohnung zu finden. Mein Studienplatz war in Hamburg, aber dort wohnen? Keine Chance! Also pendelte ich zwischen Bremen und Hamburg, zuletzt sogar im Dreiklang mit Berlin. Das Studium schloss ich schließlich als Diplom-Betriebswirt und Diplom-Sozial-Ökonom ab.

Nach meinem Umzug nach Berlin habe ich als Prokurist und später Geschäftsführer einer kleinen Firma für Projektentwicklung- und Immobilienmanagement am Medienstandort in Adlershof gearbeitet. Danach war ich Verwalter von Wohnungseigentümergemeinschaften und Gewerbemakler.

Stadtrat für Stadtentwicklung und Bauen

Als Stadtrat war ich für die planenden und genehmigenden Bereiche, für den Bau und für die Bewirtschaftung der bezirkseigenen Gebäude zuständig. Stadtentwicklung und Städtebau sind aber nicht nur bauliche Herausforderungen, sondern haben ökologische und soziale Dimensionen, die ich politisch gestalten wollte. Mit der Organisationseinheit für sozialräumliche Planungskoordination und dem Quartiersmanagement hatte ich zusätzliche Handlungsmöglichkeiten. Prävention und Intervention ergänzen sich und führen zu einem besseren Miteinander und zu sozialem Frieden in den Stadtquartieren.

Erster grüner Bezirksbürgermeister in Tempelhof-Schöneberg

Im November 2021 wurde ich zum ersten grünen Bezirksbürgermeister in Tempelhof-Schöneberg gewählt! Meine Schwerpunkte in den vergangenen fünf Jahren waren der Einsatz für bezahlbaren Wohnraum, für mehr sozialen Zusammenhalt, für grüne Stadtquartiere und für eine moderne wertschätzende Verwaltung.

Das treibt mich an

Fußball: Grün-Weiß

Schon im Kindesalter gab es für mich nur einen Verein: Werder Bremen. Bremen hat gezeigt, wie eine ganze Stadt sich hinter einem Verein versammeln kann. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl wünsche ich mir auch für Berlin.

Als ehemaliger Trainer des 1. FC Schöneberg weiß ich, was es für junge Menschen bedeutet, Fairness und Zusammenhalt zu erfahren, Niederlagen auszuhalten und Siege zu feiern.

Als Bezirksbürgermeister habe ich regelmäßig zu internationalen Fußballturnieren unserer Partnerstädte eingeladen. Jugendliche, manche aus Kriegsgebieten, konnten bei uns eine unbeschwerte Zeit genießen: Das ist etwas ganz Besonderes, das ich fortführen möchte.

Kommunalpolitik: Grün

Meine Anfänge bei Bündnis 90/Die Grünen liegen ebenfalls in meiner Geburtsstadt Bremen. Dort habe ich mich zunächst unter anderem als Kreisvorstand und Landesschatzmeister engagiert.

Schnell war klar: Kommunalpolitik passt zu mir. In Tempelhof-Schöneberg wurde ich 2001 in die Bezirksverordnetenversammlung gewählt. Von 2006 bis 2016 war ich dort Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, bevor ich zum Stadtrat für Stadtentwicklung und Bauen und stellvertretendem Bezirksbürgermeister gewählt wurde.

Tempelhof-Schöneberg: Bunt

Seit über 30 Jahren lebe ich in Tempelhof-Schöneberg, ein Bezirk so vielfältig wie die Menschen hier: urbane und dörfliche Ecken, Hoch- und Einfamilienhäuser, Regenbogenkiez und Gewerbepark, prekäre Lebenslagen ebenso wie gute Einkommen. Alles, was Berlin ausmacht – auch die Gegensätze.

Diese Vielfalt ist unsere Stärke. Wir respektieren einander und feiern das auch gern gemeinsam.

Die großen Krisen unserer Zeit lösen wir im Bezirk nicht. Aber ich werde alles dafür tun, dass ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen und in klugen Netzwerken Lösungen finden, auf die wir allein nicht kommen. Nur mit einer guten Zusammenarbeit von Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik gestalten wir unsere Zukunft – und bieten Krisen die Stirn.